Abrechnung per Smartphone
In der Praxis sieht das dann beispielsweise so aus: Der Kunde fotografiert seine Rechnungen am Smartphone und reicht sie über eine App des Versicherers ein. Dort werden die Belege mithilfe einer OCR-Technologie in digitale Daten umgewandelt und dann auf Basis der ACTICO Platform einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Dabei werden die GOÄ-Ziffern (Gebührenordnung für Ärzte) geprüft und mit der Tarif-Datenbank sowie den individuellen Versicherungsleistungen des Kunden abgeglichen, um bereits eingereichte Belege zu berücksichtigen und einen evtl. Selbstbehalt einzubeziehen.
Daraus erwächst praktisch unmittelbar ein Regulierungsvorschlag, der dem Versicherten auf seinem Smartphone angezeigt wird (Ampel auf Grün). Der Kunde hat die Wahl, diesen Vorschlag anzunehmen oder für eine nachfolgende manuelle Prüfung zu optieren. Akzeptiert der Kunde den Regulierungsvorschlag, erfolgt automatisch eine Überweisung auf das hinterlegte Bankkonto.

Aus Sicht des Versicherers ist der Vorgang damit abgeschlossen, ohne dass eine menschliche Intervention erforderlich geworden ist. Wird die Regulierung dagegen vom System zurückgewiesen (Ampel auf Rot), erhält der Kunde sofort ein entsprechendes Feedback und kann auch hier eine manuelle Prüfung verlangen.
Scheint eine automatisierte Leistungsabrechnung auf Basis der hinterlegten Regeln und KI-Daten zu komplex (Ampel auf Gelb), wird der Kunde um etwas Geduld gebeten und die Abrechnung an einen Sachbearbeiter des Versicherers weitergeleitet.
Der Versicherte erhält also in jedem Fall unmittelbar ein Feedback und im besten Falle sofort einen Rückerstattungsavis, wahlweise auch per E-Mail oder auf anderen Kanälen, in denen der Kunde seine Rechnungen eingereicht hat. Denn genau das ist es, was Versicherte von ihren Anbietern im Internet-Zeitalter erwarten. Schneller und unkomplizierter geht es kaum.