09.11.2017

4 Gründe warum Business-Analysten Entscheidungen mit DMN modellieren

Artikel teilen:

Warum lohnt es sich für Business-Analysten, Entscheidungen mit DMN zu modellieren? Der Standard verfolgt einen Top-Down-Ansatz, der von der analytischen Anforderungsdefinition bis hin zur operativen Implementierung ein durchgängiges Lösungskonzept bietet.

Wir zeigen vier Gründe für Entscheidungsmodellierung mit DMN auf.

DMN-Modelle machen Wertschöpfung sichtbar

Der Einstieg in DMN gelingt am einfachsten über die visuellen Anforderungsdiagramme (Decision Requirements Diagrams). Der DMN-Standard definiert dabei einige (wenige) Grundelemente, mit welchen eine beliebige Entscheidung vollständig modelliert werden kann. Die Grundelemente sind in der Abbildung unterhalb in der Palette links ersichtlich.

Fachexperten, Business-Analysten oder auch IT-Anwender erstellen diese grafischen Modelle per Drag & Drop in einem grafischen Editor, beispielsweise ACTICO Modeler.  Auf diese Weise visualisieren sie Schritt für Schritt, wie eine Entscheidung zustande kommt, welche Daten benötigt werden, welche Systeme und Organisationseinheiten beteiligt sind und welche Sub-Entscheidungen vorab zu treffen sind. So entsteht ein klares Bild über die Wertschöpfung im Unternehmen.

Besonders spannend ist die Entscheidungsmodellierung im Team. Denn nicht selten kommen Teams zu völlig neuen Erkenntnissen durch das analytische Vorgehen. Bereits deshalb sollten Fachexperten wie Business-Analysten Entscheidungen mit DMN modellieren.

DMN-Modelle sind leicht verständlich

Das Anforderungsdiagramm in der vorherigen Abbildung zeigt recht klar: DMN-Modelle sind leicht verständlich. Der DMN-Standard zielt darauf ab, auch Fachanwender ohne IT-Kenntnisse besser in die Definition, Analyse und Pflege von Entscheidungen einzubeziehen. Denn meist verfügen sie über das fachliche Wissen, beispielsweise über Kreditentscheidungen, Risikoberechnungen oder rechtliche Aspekte.

Die einfache Verständlichkeit ist aus zweierlei Perspektiven vorteilhaft. Erstens: Unternehmen können die Wissensträger aus dem Fachbereich direkt in die Entwicklung von IT-Anwendungen einbeziehen. Denn die Anforderungsdiagramme bilden die Vorstufe für die technische Implementierung und Ausführung von Entscheidungen. Zweitens: Die transparenten DMN-Modelle sorgen für Compliance. Denn sie zeigen klar und deutlich auf, wie das Unternehmen Entscheidungen trifft. Ob Altersprüfungen, Anti-Geldwäsche-Checks oder Regularien zum Anlegerschutz – all diese regulatorischen Aspekte können gemeinsam mit den fachlichen Aspekten in einem DMN-Modell verknüpft werden.

DMN ersetzt Zufallsprinzip durch Systematik

Wenn operative, vielfach wiederholte Entscheidungen nicht klar definiert sind, erfolgt die Entscheidungsfindung eher nach dem Zufallsprinzip. Das heißt, Risiken werden nach Gefühl statt nach Methodik eingeschätzt und bestehendes Wissen wird an Personen gebunden statt geteilt. Die Lösung liegt nun nicht darin, umfangreiche (mehrdeutige) Textdokumente zu erstellen, sondern auf Best Practices zu setzen.

Der DMN-Standard ist das Resultat von Best Practices. Denn zahlreiche Unternehmen mit viel Erfahrung beteiligen sich unter dem Dach der Object Management Group (OMG) an der Entwicklung des Standards. Wie bei der Business Process Model and Notation (BPMN) zuvor, führt DMN also eine Systematik für Geschäftsentscheidungen ein.

DMN verknüpft Strategien mit deren Implementierung

Der DMN-Standard sieht zwei zentrale Konzepte vor: Die Anforderungsebene, auf der Entscheidungsstrategien bestimmt werden (siehe Abbildung oben), und die Implementierungsebene, auf der die Entscheidungslogik definiert wird. Dieser Top-Down-Ansatz verbessert die Entscheidungsqualität, weil zunächst die Optimierung des übergeordneten Anforderungsdiagramms (Decision Requirements Diagram, siehe Abbildung oben) erfolgt. Erst im Anschluss wird die technische Implementierung vorgenommen. Für Letzteres sieht der DMN-Standard die Decision Logic und die eigene Ausdruckssprache FEEL (Friendly Enough Expression Language) vor. Im einfachsten Fall nutzen Unternehmen DMN-Entscheidungstabellen für die Decision Logic wie in der folgenden Abbildung.

Dies sind nur vier der Gründe, die dafür sprechen, Entscheidungen mit DMN zu modellieren. Die automatisierte Ausführung der Modelle bringt erst die großen Skaleneffekte im Tagesgeschäft. Einen Einblick in das Thema Entscheidungsautomatisierung gibt dieser Blog-Artikel.